Neulich bei der Klinikdirektion …
Auch Management-Themen flattern mir auf den Tisch, damit ich aus ihnen Texte mache. So wie dieser hier, bei dem es um ausländische Patienten mit stattlichem Bankkonto geht. Der Artikel erschien unter der Headline "Wenn der reiche Scheich dem Krankenhaus märchenhafte Erträge verheißt". Den vollständigen Text schicke ich Ihnen gerne zu: pietsch@klinik-texte.de.
Ein Trend geht um in Deutschland. Und keiner weiß so recht, ob sich die Entwicklung letztlich als wirtschaftlicher Segen oder als ökonomischer Flop entpuppt. Immer mehr deutsche Kliniken entdecken die Möglichkeit, ausländische Patienten zu behandeln. Die damit verbundenen Aussichten sind verheißungsvoll: Der Scheich aus Saudi Arabien, der sich eine neue Hüfte in Deutschland einsetzen lässt. Die schwer kranke Russin, die auf erstklassige Hilfe in einer deutschen Reha-Klinik hofft. Solche Patienten verfügen in aller Regel über ein komfortabel ausgestattetes Bankkonto. Aber lassen sie letztlich auch genügend Geld in den Gesundheitseinrichtungen zurück, damit diese auf ihre Kosten kommen? Skepsis ist angesagt. (…)
Die aktuelle Realität zeichnet ein differenziertes und manchmal eher nüchternes Bild. Tatsächlich bringt nämlich nicht jeder ausländische Patient von vornherein die Bereitschaft mit, mehr auszugeben, als es die DRG/GOÄ-Kataloge vorsehen. Das dämpft die Erwartungen aufseiten der Gesundheitseinrichtungen – vor allem wenn man berücksichtigt, dass Kliniken für die Vor- und Nachbereitung des Aufenthaltes von
ausländischen Patienten einen erheblichen Mehraufwand betreiben, der unter anderem in Marketingaktionen, Angebotserstellung und Kostenklärung seinen Ausdruck findet. Außerdem sollte man die organisatorischen Anforderungen für die stationäre Behandlung von Kliniktouristen nicht unterschätzen. Was aber auch klar ist: Wenn es gelingt, ein individuelles Konzept für die Klinik und ihren Markt aufzubauen, dann stehen die Chancen für ein Plus gut. Und mit Katalogpreisen lässt sich schließlich auch Geld verdienen.
Nicht blindlings ins Geschäft einsteigen
Wie groß der Kreis der Interessenten wirklich ist, weiß niemand so recht. Verlässliches Zahlenmaterial über ausländische Patienten, beispielsweise aus arabischen oder osteuropäischen Staaten, steht über offizielle Stellen nicht zur Verfügung. Studien, die sich mit diesem Themenkomplex befassen, gelangen zu recht unterschiedlichen und nicht selten widersprüchlichen Ergebnissen. Sollte man also zaudernd die Finger von diesem Markt lassen? Oder doch lieber mutig zur Tat schreiten? Lustlos abwinken oder begeistert einsteigen? (…)
